Der nächste Pannen-Ritter ante portas?

Keine 24 Stunden sind seit dem Insolvenzantrag der Landewiese vergangen, und schon machen sich einige Leute mal wieder hochgradig lächerlich und versuchen, die fundamentalen Probleme des Flughafens als kleinen Betriebsunfall zu bagatellisieren. (Der wievielte ist das eigentlich?) Auch dem vorläufigen Insolvenzverwalter (es ist natürlich niemand anders als unser guter, alter Bekannter Prof. Pannen aus Hamburg) muß man merkwürdige Aussagen attestieren.

Eigentlich könnte ich mir weitere Ausführungen mit Hinweis auf die Insolvenz 2014 sparen; damals gab es von vielen Seiten Ausreden, Dummheiten und Fehleinschätzungen – was für die Insolvenz 2015 allerdings nichts Gutes erwarten läßt, es sei denn, man hätte in Lübeck etwas dazugelernt. Aber eher geht ein Pferd durch ein Nadelöhr.

Durchhalteparolen frei Haus

Die unwichtigste Nachricht aus der Pressekonferenz schaffte es natürlich wie geplant in die Schlagzeilen: es gäbe bereits einen Interessenten für eine Übernahme des Pleiteflughafens. Was die Lübecker Nachrichten zu einer „erstaunlichen Entwicklung“ aufbliesen, bedeutet zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht das geringste und ist so bestenfalls eine Durchhalteparole, an der sich gewisse Politiker festklammern können. Um vom eigenen jahrzehntelangen Versagen abzulenken?

Über den neuen Interessenten (bei der letzten Insolvenz soll es mal vier gegeben haben) sagte Prof. Pannen:

Natürlich kann ich nicht zu 100% ermitteln, ob das sehr ernsthaft ist.

HL-Live (Video), 1. Oktober 2015

Ach so. Noch kurioser wird es, wenn Prof. Pannen den Verkauf der Pleitewiese 2014 an PuRen rechtfertigt.

Die Seriosität eines Investors könne er nur am vorgelegten Konzept prüfen, sagt er.

HL-Live, 1. Oktober 2015

Oder hier:

Chen hatte den Airport damals aus der Insolvenzmasse gekauft. „Er hat den Kaufpreis überwiesen“, sagt Pannen. „Ich hatte bei Chen den Eindruck, dass er ernsthaft interessiert ist.“

LN Online, 1. Oktober 2015

Hier geht jetzt fürchterlich viel durcheinander. Versuchen wir mal, das aufzudröseln, vielleicht auch für Politiker, die gar nicht so genau wissen, was eigentlich die Aufgabe eines Insolvenzverwalters ist.

Eine due diligence, eine Risikoprüfung, liege nicht in seiner Verantwortung, sagt Insolvenzverwalter Klaus Pannen.

Zeit Online, 11. Juli 2015

Wenn er zudem wie in HL-Live von einem vorgelegten Konzept spricht, meint er damit lediglich ein kurzfristiges Konzept, das das Ziel hat, die Gläubiger eines insolventen Unternehmens zu befriedigen und dem Unternehmen selbst einen Neustart ohne Altlasten zu ermöglichen. Nicht mehr!

Oder dachten Sie ernsthaft, Prof. Pannen sei Flughafenexperte und hätte die modischen Versatzstücke wie Medizintourismus und blablabla und pipapo, die PuRen damals den leichtgläubigen Lokalpolitikern zum Fraß vorgeworfen hatte, auf Herz und Nieren (und möglichst über zehn Jahre im Voraus) geprüft? Ich glaube nicht, und derartiges fordert das Insolvenzrecht auch nicht.

Dessen müssen sich Lübecker Politiker bewußt sein: der Insolvenzverwalter ist kein Flughafen-TÜV.

Subjektivismus

In Anbetracht der Tatsache, daß Prof. Pannen sich überhaupt nicht rechtfertigen muß, sind rein subjektive Aussagen von ihm wie diese umso erstaunlicher:

Das Interesse von Chen Yongqiang sei echt gewesen, sonst hätte er nicht so viel Geld investiert.

HL-Live, 1. Oktober 2015

Hä? Oder als O-Ton im Video von HL-Live:

Bei Herrn Chen, da hatte ich sehr wohl den Eindruck, daß er hier sehr ernsthaft an die Sache rangegangen ist, und er hat ja auch im Gegensatz zu dem vorigen Investor dann auch immerhin einiges gezahlt. Was man nur dann tut, wenn man tatsächlich nachhaltig irgendwas bewirken will.

*Prust* Stellt sich die Frage, was sein Interesse war, was er bewirken wollte. Chinesische Anleger mit der Aussicht auf jährliche Renditen von bis zu 14% locken (siehe Zeit Online)? Auch China ist kein Wunderland, und selbst wenn – die Landewiese liegt in Deutschland und (miß)wirtschaftet dort.

Aber egal, Prof. Pannens damaliger Eindruck entspricht definitiv nicht der aktuellen Realität; es stünde seinem Ruf gut an, ähnliche Aussagen künftig nicht zu wiederholen. Äußerungen von ihm in dieser Hinsicht sollten städtische Entscheidungsträger in Zukunft jedenfalls ganz einfach ignorieren.

Es bleibt nämlich ihre originäre Entscheidung, nicht seine, ob die städtischen Grundstücke und technischen Einrichtungen des Flughafen einem weiteren dahergaloppierten Glücksritter geschenkt und/oder billig verpachtet werden… wenn die Pacht denn überhaupt kommt. (Okay, Pferdequote erfüllt.)

Neuer Rekord: Neun Millionen in einem Jahr verbrannt

Aber es kommt ja noch besser. Oder wirrer, um genau zu sein.

Immerhin neun Millionen Euro hat er [Chen] in diese Gesellschaft [PuRen Germany] investiert. Davon hat er 2,2 Millionen Euro für Ausgleichsflächen des Flughafens und 1,1 Millionen Euro für das Anwesen im lauenburgischen Schnakenbek gezahlt. Monatlich hat er dem Airport 300000 Euro überwiesen – macht im Jahr 3,6 Millionen Euro. Der Rest des Geldes sei investiert worden.

LN Online, 1. Oktober 2015

Diese Zahlen erschließen sich mir überhaupt nicht. Also: 2011 hat der Flughafen über 6 Mio. Euro an Verlust verbraten (die Bilanz 2012 wird übrigens im Giftschrank des Rathauses aufbewahrt und von einem eifrigen Zerberus – „einer Zerbera“ wäre treffender – der Verwaltung der Hanselstadt™ Lübeck gegen jeden Versuch der Einsichtnahme kläffend verteidigt… warum nur?)

Es gibt jedenfalls keinen Grund zur Annahme, daß sich an dieser wirtschaftlichen Schieflage bis heute irgendetwas fundamental geändert hat. Ziehen wir von den genannten 9 Millionen für etwas über ein Jahr „Spaß mit PuRen Germany“ mal die Ausgleichsflächen und den Sandkrughof ab, bleiben 5,7 Mio. Euro. Gut, das wäre im Einklang mit den bisherigen Verlusten.

Aber in dem Zitat steht etwas anderes. Für den Betrieb der Landewiese seien 3,6 Mio. Euro überwiesen worden – doch das hätte gerade mal für die Gehälter gereicht. Es gibt es jetzt weniger Mitarbeiter als vor einem Jahr, als von 93 die Rede war; jetzt sollen es noch 85 sein. Gut möglich also, daß der ein oder andere doch gekündigt hat, aber ob das den teuren Verwaltungs-Wasserkopf betrifft, ist nicht bekannt.

Der Rest des Geldes, es müßte sich um 2,1 Mio. Euro handeln, sei „investiert“ worden. Wäre interessant zu wissen, in was. (Ebenso bestünde Aufklärungsbedarf bei den für 2,2 Mio. Euro angekauften Ausgleichsflächen, aber das muß ich vorerst hintanstellen.)

Immerhin,

Auch ein [sic] S-Klasse- Mercedes (Neupreis 160000 Euro) kann der Insolvenzverwalter versilbern.

LN Online, 1. Oktober 2015

Für wen der wohl angeschafft wurde? Egal.

Parkplatz statt Elblage

Wenn Sie denken, absurder als die Herren Chen und/oder Steppe kann man nicht handeln, habe ich was für Sie.

Steppe hat zudem eine Gesellschaft für Flugzeug-Wartung und eine Flugschule gegründet. Beide sind nicht von der Insolvenz betroffen. Es sind bereits zwölf Flugschüler für November angemeldet. „Ich gehe davon aus, dass der Unterricht bei uns stattfindet“, sagt Steppe. Aus dem Verkauf des Anwesens in Schnakenbek wollte Steppe den Bau eines Containerdorfes für die Flugschüler finanzieren.

Das muß man sich mal reinziehen. Da wollte man ein idyllisch gelegenes Anwesen, in dem man früheren Berichten zufolge knapp 30 Flugschüler hätte unterbringen können, verschachern, um dieselben dann in einem provisorischen Containerdorf auf einem Flughafen-Parkplatz unterzubringen, wo es derzeit nicht mal fließend Wasser und eine Entwässerung für Sanitäranlagen gibt, von einer Großküche wie im Sandkrughof vorhanden ganz zu schweigen.

Ende der zweiten Ära Steppe?

Steppe ist sichtlich mitgenommen. „Ich bin schon enttäuscht“, sagt der Airport-Chef. „Es hat gut angefangen.“ Er geht davon aus, dass er den Chefsessel räumen muss, wenn ein neuer Investor kommt. „Da wird kein Platz für mich sein.“

Bleibt die Frage, wann es angefangen hat; wie wiederholt berichtet, ist er im Umfeld der Landewiese nach dem Ende seiner ersten Amtszeit 2005 spätestens seit 2011 hier wieder zumindest als Berater tätig gewesen. Lange vor Amar, lange vor Chen. Ob mit dem Prinzip „die Investoren werden ausgetauscht, die ‚Experten‘ bleiben“ jetzt wirklich Schluß sein wird, bleibt abzuwarten.

Nochmal: der Weiterbetrieb der Landewiese ist weder zwangsläufig noch logisch, selbst wenn ein neuer „Investor“ auf der Fußmatte stehen sollte. Den Pannen-Zirkus (Entschuldigung, Herr Professor) kann man sich sparen. Angesichts der akuten Probleme der Hansestadt – ich muß sie nicht aufzählen – sollte man sich wirklich fragen, ob nun WizzAir-Linienverbindungen nach Skopje wirklich vordringlich sind, oder ob das Flughafengelände nicht anders sinnvoll und gewinnbringend genutzt werden könnte. Aus den bisherigen Versuchen hat man jedenfalls keinerlei Gewinne, und praktisch nicht mal Einnahmen ziehen können.

Stecker ziehen!

Alternative Vorschläge hat es genügend gegeben, auch wenn sie die hiesigen Medien eher totgeschwiegen haben. Eine ergebnisoffene Diskussion wäre jetzt angebracht, keine hektische neue Flughafenpleite in einem Jahr mit Ansage.

Wie sagte 2014 einer der frühere Flughafen-Interessenten, Björn Birr von Bismarck? Er

glaubt nicht an eine Fortführung des Linienflugbetriebes. Die Stadt sollte jetzt den Stecker ziehen und sich die Grundstücke und die Betriebsgenehmigung zurückholen. Dann sollte man den Flughafenbetrieb aussetzen, was rechtlich kein Problem wäre, und das Ganze neu ausschreiben.

LN Online, 23. Juni 2014

Selbst das wäre besser als das ewige „Weiter so“ mit Pannen-Rittern. (Pferdequote jetzt übererfüllt; melde mich ab.)

Beitragsbild: Maret Hosemann/pixelio.de

15 Gedanken zu „Der nächste Pannen-Ritter ante portas?“

    1. Nebel? Macht doch nix. Erstmal müssen die Privat-Piloten in spe ja sowieso drei Monate Englisch büffeln. Aber auch nicht länger, denn dann läuft das Touristenvisum ab – und um eine Berufsausbildung oder ein Studium handelt es sich hier sicherlich nicht, sondern um eine Freizeitaktivität. Und Flugschüler, die keine Deutsch- oder wenigstens Englischkenntnisse vorweisen können, pro Forma als Studenten an der Uni oder FH anzumelden, wird wohl auch nicht klappen.

      Weiter: wer bezahlt den ganzen Spaß? Die Schüler, klar. Aber die werden wohl kaum mit dem Geldköfferchen anreisen, sondern den „Spaß“ vorher bei PuRen gebucht und bezahlt haben. Nur: ob PuRen das Geld auch an die Landewiese und/oder PuRen Airlines weiterleitet? Da habe ich so meine Zweifel, wo doch der chinesische Geldquell versiegt zu sein scheint. Aber vielleicht weiß ja die Hamburger 51%-Gesellschafterin von PuRen Airlines mehr.

      Auffallend erscheint mir auch, daß (so Herr Dr. Steppe) die Kommunikation mit China per Dolmetscher – sagen wir mal – zumindest in Geldfragen eventuell gestört ist, nichts genaues weiß man nicht, die Sache mit den Flugschülern aber trotzdem bestens abgewickelt werden kann. Oder doch nicht?

  1. Wenn man die Zahlen so hört, wobei man einige sicher anzweifeln darf, sollte man Eines nicht vergessen: Es gibt auch einige Personen, die von den „Permanentinsolvenzen“ ganz gut profitieren werden.
    Bei der letzten Insolvenz musste Herr Pannen alle Unterlagen sichten und vorhandene Werte ermitteln, wozu natürlich auch Fremdunternehmen hinzugezogen wurden. Diese brauchen nur noch in die Schublade greifen und in den Unterlagen ein paar im letzten Jahr verkaufte Flughafengeräte ein paar Immobilien und Ähnliches herausnehmen oder ergänzen und den Zeitwert für den Rest um ein Jahr ändern. Auf jeden Fall ist es nicht so aufwendig, wie das Erstellen bei der ersten insolvenz. Das Honorar dafür wird aber wohl kaum geringer ausfallen.
    Ebenso wird Herr Pannen wohl für viele Detailfragen nur in die Schublade greifen und nur Neues aus dem letzten Jahr ergänzen müssen. Ob sein Honorar entsprechend günstiger ausfallen wird, wage ich zu bezweifeln.
    Herr Steppe als Geschäftsführer der GmbH fällt auch einigermaßen weich, denn auch er hat Recht auf das Insolvenzgeld für drei Monate. (…)
    Das sind alles so Nebeneffekte, und davon wird es noch mehr geben, die nicht mehr so lustig sind.
    Nur meine persönliche Ahnung: Warum sollte Herr Weegen nicht auch schon wieder als Berater auf der Matte stehen?

    Egal, ob der Flughafen noch eine Chance hat: Wenn, (wieder meine persönliche Meinung), dann nur durch konsequenten Austausch aller Akteure, die in den letzten Jahren etwas zu sagen hatten, damit sind auch die „Experten“ und „Möchtegernberater“ gemeint.
    Daraufhin müsste eine komplette Umstrukturierung erfolgen, die erstmal Geld kosten würde, aber auf lange Sicht tragfähig sein könnte.
    Allerdings sollte niemand daran glauben, dass es ein Großflughafen oder gar Drehkreuz wird. Ich sage nur: „Klein aber fein“, die Nische finden und in einemgesunden Mix aus allen Facetten, wie z.B. auch wieder die Segelflieger, herstellen.
    Einige interessante Linien sollten gern dazugehören, wenn es der Infrastruktur und dem Tourismus zuträglich ist. und wenn damit am Flughafen Geld verdient wird!!!
    Dann kann auch Frau Merkel bei Terminen in S-H weiterhin in Lübeck landen

    1. Richtig, das Honorar eines (auch vorläufigen) Insolvenzverwalters bemißt sich im Wesentlichen nicht nach dem Arbeitsaufwand, sondern nach dem Umfang der Insolvenzmasse. Ob die diesmal in etwa so groß ist wie beim letzten Mal, weiß ich nicht. Wikipedia merkt an:

      Da die Vergütung des Verwalters in der Regel am Verfahrensende festgesetzt wird, liegt ein zügiges Vorgehen in seinem Interesse …

      Das mag so manches erklären. (Je länger der Spaß dauert, desto weniger Geld ist am Ende da.)

  2. Können die Fanboys ala Herr Wolfgang Wilkens eigentlich nicht sachlich diskutieren? Sollen sie doch die Beiträge hier mit einem eigenen Blog widerlegen oder hier antworten, anstatt hier Leute anzugreifen, die sich seit vielen Jahren sachlich mit der Thematik auseinandersetzen.

    Legen Sie los Herr Wilkens. Sicher nicht nur meine Person ist gespannt, was Sie als Experte so vorzutragen haben.

  3. Hat denn überhaupt Jemand Herrn Thiede schon informiert?
    Die einfachsten Lösungen liegen doch so nah:Herr Thiede jettet mal eben nach China, er wird durch seine lange Erfahrung inzwischen doch viele Chinesen kennen und da wird ihn im Small-Talk ganz sicher einer fragen, ob er nicht weiß, ob in Norddeutschland ein Flughafen zu verkaufen sei.
    Und nun kommt die hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Flughafen gerettet wird: Schwarzenbeck, war wohl nichts, Hotel in Lauenburg war wohl auch nichts, Sandkrughof negativ, Flughafen in die Hose gegangen. Da wird die Wahrscheinlichkeit doch immer höher, dass es irgendwann ja doch mal klappt.
    Und einen in China unterschriebenen Vertrag, den er nicht lesen kann, gibt man ihm ganz sicher auch noch mit.
    Eines haben wir doch gelernt: Egal, was in dem Vertrag steht und egal, ob es die Leute lesen können, er hat hier bei einigen Leuten aus der Politik eine hochmotivierende positiv psychologische Wirkung.
    Damit kann man vor den Medien glänzen, denn auch die wissen ja nicht, was drin steht. Man sich jedenfalls für eine gewisse Zeit wieder bejubeln lassen, ernsthafte Probleme beiseite schieben und bis dann die nächste Bombe platzt…..“Jo mei“, da haben wir dann hoffentlich wieder Probleme mit Griechenland, oder mit Flüchtlingen, oder, oder, oder…….!
    Und nicht zu vergessen: „die Experten“ am Flughafen werden es schon richten.
    „Büttenwarder“ hätte das längst schon im Griff, vielleicht auch dort mal um Rat fragen?

  4. Immer wenn es eng wird, hat weder der Insolvenzverwalter noch die Verwaltung oder etwa die Bürgerschaft eine Bewertung des vorgelegten Konzeptes ernsthaft durchgeführt. Ich werde die Hoffnung nicht los, dass diesmal die Lübecker Bürgerschaft der Vermietung und Verpachtung oder gar dem Verkauf der Flughafenbetriebsflächen nur nach gewissenhafter fachkundiger Prüfung zustimmen wird. Ob Herr Saxe dafür Zeit und Raum gibt?

    1. Ich glaube sie liegen mit der Aussage zur Bewertung der Konzepte falsch. In der Vergangenheit sind diverse Konzepte sehr wohl ausführlich begutachtet worden und ich meine zu erinnern, dass die beste Bewertung bei der letzten Aufführung vor der Lübecker Laienspielgruppe sogar für das Konzept eines Konsortiums von in Lübeck ansässigen Unternehmern kam. Leider waren in dem bodenständigen Konzept keine Kamerakulissen für die Politik, A380 über Blankensee und andere internationale Spinnereien vorgesehen, ausserdem war es betriebswirtschaftlich auch noch realistisch und daher naturgegeben wenig sexy. Als dann der weisse Prinz auf seinem chinesischen Glücksdrachen angeflogen kam, hat vielleicht der Verstand ausgesetzt und da sich ja der Bürgermeister, wie hiess er noch?, für „nicht zuständig“ erklärt hat, war das eine Steilvorlage für den Insolvenzverwalter, der sich auch für „nicht zuständig“ erklärt hat die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Investors zu beurteilen. Letztendlich hat der Herr Pannen unter den juristischen Rahmenbedingungen und der Freiheit die ihm die heutige Insolvenzordnung nun einmal gibt, einen sehr lukrativen Folgeauftrag für die eigenen Tasche erhalten. Wie man das moralisch einschätzen mag, steht dann wieder auf einem anderen Blatt. Man mag sich auch fragen, aus welchen Beweggründen oder auf welcher Charaktergrundlage der Herr Pannen das Mandat angenommen hat? Aber das überlassen wir getrost dem Herren selbst.

      1. Da muß man die beiden bisherigen Verfahren unterscheiden. Beim ersten Mal („Verkauf“ durch die Stadt) gab es drei Bewerber, deren Angebote abgewogen wurden. Rein den Zahlen nach lag Amar vorn, jedenfalls in der Interpretation der Verwaltung, der sich die Bürgerschaft dann anschloß. Die Verwaltung hat sich dabei an die kommunalrechtlichen Vorgaben in einem solchen Fall gehalten (die man für falsch oder verbesserungswürdig halten kann). Aber natürlich hätte die Bürgerschaft diese Bewertung nicht teilen müssen.

        Man hätte z.B., wie das in anderen Verkaufssachen passiert ist (!), von der Verwaltung fordern können, einen zuverlässigen Käufer zu finden. Dieser unbestimmte Rechtsbegriff wird i.a. so ausgelegt, daß der Käufer nach dem Gesamteindruck seines Verhaltens die Gewähr dafür bietet, daß… (usw. usw.) Ich habe im Fall Landewiese von einer solchen Forderung und/oder einer Diskussion darüber aber nichts gehört. (Vielleicht habe ich das auch nur überhört.)

        Ob es überhaupt etwas gebracht hätte, ob es einen anderen Ausgang des „Verkaufs-“Verfahrens gegeben hätte, sei dahingestellt. Immerhin – das ist richtig – gab es von einem lokalen Bewerber Pläne, die weniger „sexy“ waren als die der anderen, vielleicht finanziell etwas ungünstiger für die Stadt, aber möglicherweise realistischer. Sein größter Fehler (aber nicht der einzige) bestand darin, am Heiligtum der lübschen Luftfahrtexperten zu zweifeln: am Flughafenausbau, also der von Ryanair gewünschten Verlängerung der SLB und anderen Glitzerplänen.

        Der zweite Verkauf der Landewiese war der durch den Insolvenzverwalter an Chen 2014. Übrigens, auch damals sprach Prof. Pannen schon nach extrem kurzer Zeit nach dem Insolvenzantrag von mehreren Interessenten, die sich gemeldet hätten. Übrig blieb am Ende aber nur einer (Kieler Nachrichten/dpa, 10. Juli 2014):

        Nach Ansicht von SPD und CDU gibt es … zum Einstieg der Chinesen keine echte Alternative.

        Es gab aber auch kein Konzept des „Investors“. Eigentlich gar nichts.

        Grüne und Linke dagegen beklagten, die Angaben seien zu dünn und deshalb nicht überzeugend gewesen. „Wir haben nach Unternehmenskennzahlen gefragt, doch die wurden uns verweigert. Das ist kein Umgang mit einem potenziellen Partner“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Thorsten Fürter.

        Doch SPD und CDU hatten wohl getrocknete Glücksbärchis in der Pfeife geraucht – ihnen reichte offenbar eine Powerpoint-Präsentation als Grundlage für ihre Entscheidung. (Die kurze Sitzung war nicht öffentlich, aber man konnte von außen ein bißchen in den Saal hineinlinsen – siehe Abbildung unten. Am Rednerpult übrigens der damalige Geschäftsführer von PuRen Germany, Markus Mathießen.) Na ja, Show mit Schwung und mit Schmiß kann Herr Chen, wie man inzwischen weiß.

        Ob SPD und CDU daraus etwas gelernt haben? Man würde es sich so sehr wünschen. Aber nach 60 Jahren verfehlter, großmannssüchtiger Flughafenpolitik dieser Parteien in Lübeck (und nach den jüngsten Äußerungen) sehe ich dafür wenig Hoffnung.

  5. Herr Pannen dürfte mit seinen Äußerungen durchaus etwas zurückhaltender sein.
    Wieso hat der vorige Investor kein Geld investiert???
    Hat Amar über mehr als ein Jahr keine Löhne gezahlt?
    Im Gegensatz zu Chen hat Amar auch reichlich Geld in die Flughafentechnik und die Spielereien von Friedel (neues Logo für zigtausende €, großzügige Spende an den Fußballverein, sinnlose Events usw) gesteckt.
    Nur weil Chen von herrn Pannen entdeckt wurde ist dieser kein Gott und Amar kein Teufel.
    Von einem hochstudierten Mann erwarte ich etwas mehr Objektivität.
    Die großzügige Rechnung in Bezug auf Chens Investition hätte Herr
    Pannen wohl auch nicht so aus der Hüfte schießen sollen.
    Allein, wo tauchen denn die 2,7 Mio für die Pferde auf???
    Wenn er die Bücher durchsieht, wenn ihm denn alles offengelegt wird, wird er noch mehr dubiose Ausgaben finden, die mit dem Flughafen nichts zu tun haben.
    Und zum Schluss: Amar hat sein komplettes Vermögen verloren, welches er vorher erwirtschaftet hatte (nicht nur durch die Flughafenpleite, leider parallel auch in einem anderen Projekt)
    Ob man das von Chen auch behaupten kann, wage ich zu bezweifeln.
    Aber warum eigentlich so pessimistisch? Vielleicht kommt ja morgen doch noch ein Koffer voller Geld? Steppe kann das doch auch nicht wissen, wie sagte er so schön:“Ob die „Dolmätscher“ an Chen alles so weitergegeben haben, wie er es gesagt hat, weiß er auch nicht“.
    Sollte Chen inzwischen in China wieder Geld eingesammelt haben und einen Teil davon nach Lübeck schicken, wird er garantiert wieder bejubelt, dafür hat Herr Pannen den Boden bereitet.

    1. Vielleicht übernehmen ja jetzt doch noch die Erben vom alten
      Reichskanzler den Airport. Natürlich müßten sich vorher den
      Segen von ‚Herrn‘ Claus Cordes holen….

      M.f.G
      W. Wilkens

      1. …oder den Segen von Ihnen, ‚Herr‘ Wilkens, für den nächsten Investor aus Nigeria? Oder sind Sie etwa der Interessent, der sich bei Herrn Prof. Pannen gemeldet und einen Euro Schutzgebühr für den Verkaufsprospekt geboten hat? I smell a rat.

        Ach so, hier Ihr Deputat.

        Fish

        Ja, ich weiß, Trolle soll man nicht füttern, aber manche sind ja ganz niedlich. Akzeptieren Sie, ‚Herr‘ Wilkens, den Fisch als Anerkennung Ihrer Bemühungen als Berufskomiker, obwohl Sie es, denke ich, leider nie ins Fernsehen schaffen werden. Nicht mal das. Na gut… kein Verlust für die Allgemeinheit.

      2. Sehr geehrter Herr Wilkens,
        Sie sind schon eine Blüte.
        Wie Sie selbst mal schrieben, sind Sie „ehemaliger“ dipl. Informatiker, somit gehe ich davon aus, dass Sie schon etwas gereifter sind. Somit Gratulation, dass Sie sich ihre jugendliche
        Dummheit erhalten haben.
        Des Weiteren brillierten Sie mit Kenntnissen aus der ehemaligen DDR, Sie haben aber heute im Fernsehen schon gesehen, dass die DDR seit 25 Jahren Geschichte ist?
        Also mit Planwirtschaft kann man den Flughafen nicht retten, falls Sie das für möglich hielten.
        Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass Sie sich daran ergötzen können, in diesem Blog mehr als 100 „Daumen runter“ zu erreichen, bringt Ihnen das Selbstwertgefühl?
        In diesem Blog wird diskutiert, argumentiert und kritisiert und alles in einem seriösen Rahmen.
        Ich wunder mich, dass Herr Klanowski Sie aus diesem Blog noch nicht gelöscht hat, denn das wäre keine Zensur seinerseits.
        Ihre Kommentare sind penetrant, unqualifiziert unwissend in Bezug auf die Materie und leider schlicht oft auch falsch.
        Sie erscheinen, wie ein Wadenbeißer, falls Sie den Begriff kennen. Wadenbeißer haben aber meistens ein Herrchen, von welchem sie geschickt werden. Alles hier ist natürlich nur meine eigene Meinung.
        Dazu scheinen Sie auf Grabenkriege gegen Einzelne in diesem Blog abzufahren, mein Gott, wie schwach ist das denn?
        Nehmen Sie für Ihre nächsten Angriffe gern mal mich, ich freu mich drauf.
        Aber eine Frage sei gestattet: Herr Cordes fragte Sie schon mal, was ein „Marmeladenpilot“ ist. Ihre Antwort steht immer noch aus und ich glaube, das interessiert viele hier.

        1. Lassen Sie’s mal gut sein, harald, Herr Wilkens macht erste Fortschritte, immerhin hat er inzwischen gelernt, die in der Deutschen Sprache gebräuchliche Anrede für erwachsene Mitmenschen maskulinen Geschlechts anzuwenden. Wenn dann die Anführungszeichen noch verschwinden, ist er schon ordentlich vorangekommen. Das mit dem Marmeladenpilot machen wir dann nächstes Jahr.
          Grüße aus Houston/Texas,
          der „Enchilada-Pilot“

          PS: und der nächste Schritt wird dann der Umgang mit Genitiv und Dativ sein
          Merke : Ge ni tiv ins Wasser, denn es ist Da tiv !

        2. Marmeladenpilot kennt der Duden nicht, aber andere Begriffe:

          Pilot, klar kann sich jeder was drunter vorstellen, bin ja auch einer (Lizenz FCL/SPL, TMG, FI(S) SPL+TMG). Bei Claus Cordes noch „etwas umfangreicher“.

          Nun gut. Den Begriff „Marmelade“ kennt der Duden auch. Halt stop, gibt es da nicht etwas in Bad Schwartau ? Richtig ! Aber wer dort das Wort Marmelade in den Mund nimmt bekommt lebenslänglich Hausverbot !

          Dort wird keine Marmelade produziert, sondern Konfitüre !!!!!!!!!

          Was lernen wir ? Marmelade ist nicht gleich Konfitüre, Lübeck ist nicht Bad Schwartau,

          😉

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