Hinweise zum Wochenende

Dieses und jenes: Presseschau, Karikatur-Kommentar, und Kinotip.

Hoppla, da hatte ich etwas komplett verpaßt. Sie kennen vielleicht die Sammlung „Goldene Worte“, in der die gesammelten Weisheiten sachkundiger (hüstel) Lokalpolitiker über die Lübecker Landewiese bestaunt werden können. Die ist, zugegeben, nicht auf dem neuesten Stand – unter anderem fehlt eine Jan Lindenau (SPD) gewidmete Sektion. Eine ganz böse Lücke; da habe ich geschlafen.

Völlig zu Recht hat man mich darauf hingewiesen, daß leider ebenso eine „ausländische“ Presseschau fehlte („ausländisch“ im Sinne von Medien außerhalb der Stadtmauern Lübecks). Das liefere ich gerne nach: die Höhepunkte der letzten fünf Jahre hoffentlich als vergnügliche Wochenendlektüre auf einer separaten Seite.

Und um Sie schon mal auf das bevorstehende Investoren-Karussell vorzubereiten, hier der passende Kommentar von Wolfgang Diehl (wie immer vielen Dank!):

hampelmann

Zu guter Letzt: der bereits erwähnte Film „Parchim International“ läuft in Lübeck im Kino Koki, Mengstr. 35, vom 19. bis 22. Mai jeweils um 18 Uhr und am 23. Mai um 20:30 Uhr. Eintritt 5 Euro. Vorführungen in der Region ab 19. Mai außerdem in Hamburg (Abaton); Kiel (Kino in der Pumpe); Neustrelitz (Fabrikkino); Parchim (Moviestar); Rostock (Lichtspieltheater Wundervoll).

Das soll keine Werbung sein, ich kenne den Film nicht.

15 Gedanken zu „Hinweise zum Wochenende“

  1. Das Wochenende und die „same procedure“ sarkastischen Kommentare sind mir jetzt einmal herzlich egal vor dem Hintergrund des nächsten Sonntags, immerhin Pfingstsonntag. Ich bin zwar nicht unbedingt bibelfest, aber wenn mich die Erinnerung nicht trügt, dann feiern Christen zum pfingstlichen Hochfest verbrieft seit dem Jahr 130 am 50ten Tag nach Ostern die Ausgießung des Heiligen Geistes. Interessanterweise wird dieser Termin auch oftmals mit der Gründung der christlichen Kirche gleich gesetzt.

    Nun geht also an diesem passenden Tag wohl (wieder) endgültig dem Insolvenzverwalter das Geld aus. Steigt nun der Heilige Geist herab, vertreibt den Unglauben, gestaltet ein Pfingstwunder bei dem alle Jünger in fremden Sprachen parlieren, wird die Heilige Kirche Lübzer Flugnation gegründet? Ein paar Pfingstbrauchtumimporte würden dem Ganzen auch gut zustehen, zum Beispiel das Schmücken des Pfingstochsen aus Mecklenburg. Ich wüsste da schon Kandidaten.

    Was machen eigentlich die ganzen Flieger, die nun offenbar gar nicht wissen, ob der Pfingstreiseverkehr vom Flugplatz aus stattfinden kann? Füßestampfen, Aufdenbodenwerfen und die Verantwortlichen teeren und federn scheidet ja erstmal aus.

    1. Nein, der Weltuntergang ist auf 31. Mai verschoben worden (siehe die jüngsten NOTAMs). Pfingsten würde ich aber sowieso zu Hause bleiben, das Wetter wird sch… Also, am besten legen Sie Ihren Kommentar in zwei Wochen nochmal vor, evtl. umgeschrieben auf Fronleichnam (ist zwar schon am 26., aber was soll’s).

        1. Ich hab’s mal für Sie markiert:

          C1336/16 – AERODROME HOURS OF OPERATION CHANGED, ONLY AVBL BTN 0600-1800. OTHER TIMES PPR. DAILY 0600-1800, 09 MAY 18:06 2016 UNTIL 31 MAY 18:00 2016. CREATED: 09 MAY 18:07 2016

          C1334/16 – RESCUE AND FIRE FIGHTING SERVICE DOWNGRADED TO CAT 4. HIGHER RESCUE AND FIRE FIGHTING SERVICE UP TO CAT 6 O/R 24HRS. 09 MAY 17:52 2016 UNTIL 31 MAY 21:59 2016. CREATED: 09 MAY 17:53 2016

          1. Ja und? Die Angabe der NOTAM Laufzeit hat irgendwer am Flugplatz bei Eingabe getätigt ohne das dem irgendeine Bedeutung zukommt.

            zum Beispiel weitere aktuelle NOTAMs EDHL
            (VOR/DME unusable) bis 8. Juni 2016
            (VOR MIC) bis PERMANENT
            (CHANGES TO STAR) bis 6. Juni 2016
            (CHANGES TO APCH PROC) bis 6. Juni 2016
            (CHANGES TO MISSED APCH PROC) bis 6. Juni 2016
            (CHANGES TO SID) bis 6. Juni 2016
            (CHANGES TO APCH PROC) bis 6. Juni 2016
            (CHANGES TO MISSED APCH PROC) bis 6. Juni 2016
            heisst auch nicht zwingend, dass der Platz am 6. Juni noch in Betrieb ist, oder am 8. Juni.

  2. Es gibt einen Film „Parchim International“ ?!? Unfassbar !

    Warum bitte gibt es noch keinen Film oder besser eine Soap, über unsere Landewiese ? Ok, es gab ein aufgepimptes PR-Filmchen aber der war irgendwie nix. Ich will einen echten Film. Mit Neuseeländern, Ägyptern, Chinesen 5000 Flugschülern und Pferden ! Und alle wohnen an der Elbe friedlich liiert. Mit einem Saxe als Schwippschwager eines Anwalts und Wasserpfeifen im Abendrot und… Naja, sowas in der Richtung „Guldenburgs“ oder „Drombusch“. Das ! Wird der Kassenschlager auf den nordischen Filmtagen ! Drehbuch kommt von Klanowski und Cordes. Action und weinende Politiker. Dramen und Versöhnung. Hmmm… Nur der Sex fehlt irgendwie…

    1. Jan:
      Ihnen fehlt der Sex in dem Film?… Könnte Lübeck doch von Berlin übernehmen:“Arm aber sexy“!!!
      Falls Wowereit sich das nicht urheberrechtlich hat schützen lassen.
      Flughafenmäßig könnten sich Lübeck und Berlin ja mal austauschen:
      was der „Eine nicht hinkriegt, läßt der Andere“ auch liegen.
      Vielleicht sollten die mal die Berater tauschen, das wär eine Gaudi.

      Aber, laut NDR ist Herr Albig mit einer Delegation für 6 Tage auf dem Weg nach China.
      …..wegen der guten Geschäftsbeziehungen dorthin….!?!
      Verständlich.
      Flughafen Lübeck hat ein Chinese übernommen, hat nicht so richtig geklappt.
      Na ja, kann ja mal passieren.
      In Lauenburg wollte der Chinese ein Hotel für über 100 Mio. bauen.
      Hat irgendwie auch nicht geklappt, kann ja auch mal passieren.
      In Schwarzenbeck wollten Chinesen eine Produktion mit 1.000 Arbeitsplätzen erstellen.
      Es wurden wohl so ca. 11 Mitarbeiter für einen Vertrieb, das ist doch
      wohl mal ein wirtschaftliches Highlight, oder täusche ich mich da??
      Vielleicht kommt Herr Albig ja mit einem neuen Investor aus China zurück, der den Flughafen endlich auf Weltniveau bringt.
      Leider geht aus dem NDR Bericht nicht hervor, ob Herr Thiede und eventuell auch Herr Pannen mit nach China reisen.
      Wäre doch sehr angebracht, denn das sind doch die „China- Experten“ schlechthin.

      1. Was soll man da noch sagen? Erst dachte ich an einen schwachen Satire-Versuch, aber nein, es ist wahr!

        https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Albig-reist-nach-China-und-Japan,albig690.html

        Und das, obwohl die letzte China-Reise des Herrn Albig gerade mal 2 1/2 Jahre her ist. Immerhin, so KN online damals,

        siedelten sich seit 2008 insgesamt 30 chinesische Unternehmen im Norden an und schufen dort mehr als 200 Arbeitsplätze.

        http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-Politik/Aktuelle-Nachrichten-Politik/Schleswig-Holsteins-Ministerpraesident-Torsten-Albig-SPD-mit-Wirtschaftsdelegation-in-China-eingetroffen

        Gigantisch! 200 Arbeitsplätze. Hätte man das Geld dazu verwandt, das Geld statt in den Wochentrip nach China in den einheimischen Mittelstand zu investieren…

        Übrigens, das stößt mit auch immer wieder übel auf in der hiesigen Presse: was genau bedeutet „im Norden“?

        Und wo Sie Herrn Thiede ansprechen: keine Ahnung, ob er mit von der Partie ist. Seinen China-Schock hat er aber scheinbar überwunden:

        http://www.bergedorfer-zeitung.de/lauenburg/article207024913/Stadt-hofft-auf-finanzkraeftige-Investoren.html

    2. Das predige ich schon seit (gefühlten) zwei Jahren. Kuriose Geschichten gibt’s genug, das reicht für eine komplette Staffel. Für einige Rollen schweben mir auch schon die passenden Darsteller vor.
      Zum Stammpersonal der Serie gehören z.B. natürlich der quirlige Bürgermeister Hans Bayer – den muß einfach Dieter Hallervorden spielen, auch wenn er dafür seinen Bart opfern muß. Für Insolvenzverwalter Kurt von Dannen (Motto seiner Kanzlei, die direkt am Flughafen angesiedelt ist: „Insolvenz in Permanenz!“) denke ich an Oliver Kalkofe.
      Ab und an taucht auch der kauzige Professor Wilfried Wagner aus der Nachbarschaft auf, zumal das leitende Personal der Landewiese regelmäßig in der Bio-Kantine seines Betriebs speist. Außerdem sammelt er alte Militärmaschinen, die er am Flughafen aufbrezeln läßt. Die Rolle hätte ich so gerne mit Kurt Weinzierl besetzt, bekannt u.a. als Polizeipräsident Pilch aus „Kottan ermittelt“, aber der ist leider schon 2008 gestorben. Vielleicht hat ja ein Leser einen Vorschlag.
      Das größte Problem sind die wechselnden Landewiesen-Geschäftsführer. Es sind zwar nur so um die vier, mal im Vordergrund, mal als Berater hinter den Kulissen. Blöd, man hat also keine Figur, die von Anfang bis Ende der Folgen immer dabei ist. Einfache Lösung: alle werden vom selben Schauspieler dargestellt, und da kommt selbstredend nur Olli Dittrich in Frage. In einer Nebenrolle Jon Flemming Olsen als Wirt der Kneipe „Zum Bruchpilot“?
      Daneben gibt’s auch Auftritte von Gaststars. In der Folge „Eine hohe Ehre für die Landewiese“ verleiht Königin Beatrix (Hape Kerkeling in seiner Paraderolle) eine nach ihr benannte Medaille. Wie sich nach einigem Hin und Her herausstellt, war das ganze nur ein blöder Scherz für eine Fernsehsendung. In einer anderen Folge könnte Michael O’Leary als er selbst auftreten, mit Hella von Sinnen als Ryanair-Pressesprecherin.
      Weitere Vorschläge werden gerne entgegengenommen. Vielleicht wacht der NDR ja doch noch auf?

      1. Hallo Herr Klanowski, kleiner Denkfehler:
        Wer sollte am Flughafen und im Umfeld erkennen, dass die Medaille
        von Königin Beatrix (Hape Kerkeling) nur ein Scherz fürs Fernsehen war.
        Ich denke, alle würden heute noch daran glauben.
        Im Übrigen glaube ich, dass man kaum passende Schauspieler finden wird, denn die „hintergründig pfiffigen“, wie Jan Fedder, Wolfgang Stumpf, Fritz Wepper usw.die am Ende irgendwie doch gewinnen, passen schlecht.
        Denn die realen Akteure sind leider gar nicht pfiffig, sondern nur plump naiv.
        Selbst der Bürgermeister von Büttenwarder ist dem real existierenden (nur meine Meinung!!!) haushoch überlegen.
        Opa Krischan könnte man vielleicht irgendwie einbauen, aber auch der hat zu viel Charakter.
        Ach, doch, die Schauspieler von Cobra 11 würden in verschiedene Rollen passen, denn da kracht es ja auch laufend.
        Ich stehe als Berater für den Film (Schmierenkomödie) gern zur Verfügung, wenn denn die Kohle stimmt.
        Vielleicht kann man auf dem Weg wieder ein paar Euro hereinholen.
        Hoffentlich lesen Herr Weegen und Herr Pannen hier nicht mit, sonst werden wir als weiterer neuer Investor präsentiert.

        1. Hallo Harald,

          natürlich kapieren die Beatrixmäßig Reingelegten das nicht von selbst. Aber der Fernsehscherz wird in der Sendung selbst aufgeklärt.

          Sie haben aber schon recht, Charaktere unter dem Motto pfiffig oder wenigstens bauernschlau wird man in dieser (selbstverständlich komplett fiktiven!) Serie kaum unterbringen können. Es wird kein zweites Büttenwarder werden, was ja auch überflüssig wäre. Das muß schon eigenständig sein.

          Ist eigentlich dumm gelaufen, das wäre doch die „Brückenfinanzierung“ für die Landewiese gewesen: Filmteam mietet den Flughafen für sechs Monate, um eine Blankensee-Soap zu drehen.

    3. Lieber Jan,
      als Drehbuchschreiber fehlt mir die nötige Phantasie, um mich von der Realität ausreichend weit zu entfernen. Danke für die Blumen, aber mein erlernter sowhl als auch mein primär ausgeübter Beruf basieren doch vorrangig auf dem Erkennen von und der nüchternen Analyse aus gegebenen Tatsachen. Für Schwurbeleien, Tagträume und Wunschdenken ist da relativ wenig Platz, und deswegen würde ich sicher nur unspannende Drehbücher zustande bringen.
      Was nützt ein Drehbuch, wie langweilig ist ein Krimi, dessen Ende man basierend auf nüchterner Analyse zielsicher extrapolieren kann?
      Jeder soll tun, was er am besten kann, und d.h. im Umkehrschluß, die Lokalpolitik (in Lübeck) soll sich nicht mit Luftfahrt befassen.
      Mit Fliegergruß, CC

      1. Ich finde, man kann die Geschichte der Landeweise über die letzten 20 Jahre einfach so, ohne jede Übertreibung, aufschreiben, und es ergibt sich (alleine aus der zeitlichen Verdichtung) eine veritable Komödie. Man hat das eben im Lauf der Zeit nicht erkannt, oder erkennen wollen, weil sich der ganze Wahnsinn so lange hinzog. Hier ein neuer Versuch mit mehr Subventionen, da ein neuer Investor… man hatte sich eben daran gewöhnt über die Jahre.

        Wenn man jetzt aber 10 oder 20 Jahre zurückblickt, kann man sich wirklich nur fragen, wer oder was diesen ganzen Schwachsinn befeuert hat, ohne daß jemand laut „HALT“ gerufen hat, von ein paar Dissidenten mal abgesehen. Kollektiver Wahnsinn? Ich fasse es z.B. bis heute nicht, daß zumindest ein Lübecker Lokalpolitiker tatsächlich an die 5,000 chinesischen Flugschüler des Herrn Chen geglaubt hat. Was kann man solchen Leuten wohl sonst noch erzählen? Das ist dann aber vielleicht nicht mehr komisch, eher erschreckend.

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